Völkermord an den Jesiden endlich anerkennen

03.08.2022
Beitrag

IS-Verbrechen aufklären - Jesidische Opfer unterstützen - Rückkehr ermöglichen

Am heutigen 3. August jährt sich der Beginn des Genozids an den Jesiden im Nordirak zum achten
Mal. Dazu erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

"Es ist höchste Zeit, die grausamen Verbrechen des IS an der religiösen Minderheit der Jesiden auch
offiziell als das anzuerkennen, was sie sind: Völkermord.

Es bleibt wichtig, diese Verbrechen im Detail aufzuklären und die Strafverfolgung gezielt
fortzusetzen. Die Opfer müssen umfänglich unterstützt werden, damit sie in ein möglichst normales
Leben zurückfinden können. Ihnen muss Gerechtigkeit widerfahren.

Die Auslöschung der Jesiden wurde von den IS-Terroristen so planvoll durchgeführt, dass die
Definition der UN-Völkermord-Konvention nahezu wörtlich zutrifft. Die von der UN zur Aufklärung der
IS-Verbrechen ins Leben gerufene UNITAD ist daher zu dem Schluss gelangt, dass der Tatbestand des
Völkermordes eindeutig erfüllt ist.

Die Gräueltaten an den Jesiden hat der IS detailliert dokumentiert, weil sich die Mörder ihrer
unaussprechlichen Verbrechen auch noch rühmen wollten. Das offen propagierte Ziel des IS war die
vollständige Auslöschung des jesidischen Volkes, ihrer heiligen Stätten, ihrer gesamten Kultur, ja
ihres gesamten Daseins.

Im Verlauf des Genozids wurden über 5.000 Menschen in meist bestialischer Weise ermordet und in
Massengräbern verscharrt. Hunderttausende wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Von den 7.000
verschleppten und versklavten Jesiden, vorwiegend Frauen und Mädchen, werden noch immer 2.500
vermisst.

Bislang konnte nur ein Bruchteil der 500.000 Jesiden in die angestammte Heimat im Sindschar-Gebirge
zurückkehren. Die Sicherheitslage dort bleibt prekär. So verharren Tausende in Flüchtlingslager.

Die Bundesregierung ist aufgefordert, ihre Anstrengungen für die jesidischen Opfer zu verstärken.
Dazu muss die Bundesregierung ernsthaft mit der irakischen Führung über Sicherheitsgarantien für die
Rückkehrer sprechen. Wir brauchen auch eine neue internationale Initiative der Gerechtigkeit für die
Jesiden. Die internationale Staatengemeinschaft und die islamische Mehrheitsgesellschaft im Irak
dürfen die Jesiden nicht einfach ihrem Schicksal in den Flüchtlingslagern überlassen."