Fast 6.000 Kilometer - das könnte die bisher längste Reise des Lauterbacher Strolchs sein. Empfänger war kein Geringerer als der berühmteste Mönch der Welt und Friedensnobelpreisträger, der Dalai Lama.
„Seit genau 30 Jahren zeigt die Stadt Lauterbach Flagge und hisst jedes am 10. März die Tibet-Flagge, um an die brutale Besatzung Tibets durch chinesische Truppen zu erinnern“, erklärt der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand, warum er in dieser Woche eine Lauterbacher Strolch-Figur aus Stahl von Dieter Eckstein mit auf die Reise zum Dalai Lama nach Indien mitgenommen hat.
In Dharamsala hatte das inzwischen 90-jährige Oberhaupt der Tibeter nach der Flucht vor den chinesischen Truppen im Jahr 1959 von Indien einen Sitz für Regierung und Parlament von Tibet erhalten.
Als erstes Mitglied der Bundesregierung sprach Brand dort im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Aufstandes gegen die chinesische Besatzung vor dem Tempel der Tibeter.
„Es ist wichtig, nicht nicht gleichgültig zu sein, und der Unterdrückung nicht nachzugeben", sagt Brand dem Lauterbacher Anzeiger nach seiner Rückkehr. „Und gerade in diesen Zeiten kommt es auch drauf an, Mut zu machen", so der Abgeordnete, der auch die Parlamentsgruppe Tibet im Deutschen Bundestag führt. „Es ist eine ungemein beeindruckende, tausende Jahre alte Kultur mit besonderer Stärke. Das Volk der Tibeter gibt nicht auf, trotz aller brutalen Verfolgung, trotz chinesischer Zwangsinternate für Zehntausende von Kindern, denen selbst die Sprache, die eigene Religion und Kultur verboten wird, um sie von der eigenen Familie zu entfremden."
„Ich fand es deshalb eine gute Idee, den Lauterbacher Strolch mitzunehmen und ihm die Tibet-Flagge anzuheften und Seiner Heiligkeit vom schönen Lauterbach zu berichten, als eine der über 400 Kommunen allein in Deutschland, die am 10. März die Tibet-Flagge vor ihrem Rathaus hissen", sagt Brand. Von der Privataudienz berichtet der Abgeordnete, dass der Dalai Lama „nicht nur wie immer sehr interessiert zugehört, sondern sich ehrlich gefreut hat über konstante Unterstützung und ihm die Geschichte vom Strolch ein herzliches Lächeln gebracht hat. Die persönliche Begegnung mit dieser großen und weisen Persönlichkeit ist jedes Mal ein großes Geschenk."
Zudem, so Brand augenzwinkernd, sei es als Ehrenstrolch seine Pflicht, das Ansehen des Lauterbacher Strolchs in der Welt zu mehren. „Dem musste ich natürlich auch gerecht werden.“ „Und wer weiß", so der Abgeordnete, „vielleicht steht der Strolch jetzt im Garten seiner Heiligkeit im nordindischen Exil am Beginn des Himalaya. Ich wäre nicht überrascht."

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