„Der Opa wäre fassungslos“

12.06.2017
Pressemitteilung

Michael Brand begeistert von „Tüftler-Geist“ bei Anlagenbau Günther: „Aus Wartenberg in die Welt!“

Mit seinen Recycling-Anlagen ist die Firma Anlagenbau Günther nicht nur Weltmarktführer, sondern auch einer der größten Arbeitgeber in der Gemeinde Wartenberg. Sichtlich begeistert war der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand bei seinem gestrigen Besuch gemeinsam mit der CDU- Fraktion in Wartenberg um den Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schleiter sowie dem Vize-Landrat Dr. Jens Mischak.

„Erfindergeist, Qualität und Tradition – dafür steht diese Unternehmerfamilie“, so Brand. Der Mittelstand und qualifizierte Mitarbeiter seien Garant für „hohen Wohlstand und gute Beschäftigung in der Region und im ganzen Land“. Mit seiner hohen Innovationskraft sei Anlagenbau Günther ein gutes Beispiel für den Exportschlager „Made in Germany“. „Aus Wartenberg mit guten Produkten in die Welt, das ist hier Programm“, lobte Brand, der viele Jahre im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages Berichterstatter für die Bereiche Recycling, Kreislaufwirtschaft und Verpackungen war. „Die Ressourcen unserer Umwelt mit Spitzentechnologie zu schonen, das wird weiter ein Top-Thema bleiben“, betonte der CDU-Politiker. „Unsere Produkte sind weltweit gefragt.“

Der Wahlkreisabgeordnete für den Vogelsberg fragte interessiert Geschäftsführer Bernd Günther, was wohl sein Großvater, der als Spengler den Grundstock für den Betrieb gelegt hatte, zu der Entwicklung des heutigen Familienunternehmens sagen würde. „Der Opa wäre fassungslos“, schmunzelt Günther hinsichtlich Entwicklung und Herausforderungen auf dem Weltmarkt. Schließlich fing das 1924 in Lauterbach gegründete Unternehmen zunächst mit der Herstellung von Heizungen an. Als 1951 dann der Vater von Bernd Günther, Otto Günther, die Geschäfte übernahm, setzte der Tüftler auf den Maschinenbau und spezialisierte sich auf Recyclingmaschinen und Kompost-Abfüll-Anlagen. Im Jahre 2008 zog schließlich die Firma nach Wartenberg-Angersbach, ist mit rund 100 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Gemeinde und gibt mit rund 15 Auszubildenden auch Jugendlichen eine berufliche Perspektive in der Region. „Wir übernehmen fast jeden Azubi und sind auch insgesamt mit der Qualifikation unserer Arbeiter sehr zufrieden“, so Bernd Günther.

Die Firma sei vor allem für ihre Anlagen mit Sternsieben bekannt. Die Rollen der Sternsiebe sind dabei mit einer patentierten Metallnase versehen, sodass die Anlagen sich während des Recycelns selbst reinigen. Der Müll wird in den Anlagen nach Größe und Material gesiebt, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Hier gab Bernd Günther zu Bedenken, dass Recyceln sich aber auch finanziell lohnen muss, da man hierfür effizient arbeitende und energiesparende Anlagen benötigt. Dabei sei jede Anlage seiner Firma ein Unikat und werde mit den Kunden individuell abgestimmt, um hohe Effizienz und Zufriedenheit zu erreichen. Dazu gehöre auch eine intensive Kommunikation, so zum Beispiel durch Serviceleistungen nach der Übergabe einer Anlage, wie die Ersatzteilbeschaffung oder technische Beratung.

Am Produktionsstandort in Wartenberg werden schließlich die Endmontage, der Stahlbau sowie die Fertigung von individuellen Schaltschränken vorgenommen, die Blechteile wiederum stammen zu rund 80 Prozent von Lieferanten aus der Region. Nicht zu vernachlässigen sei hier, dass hinter der Montage der unterschiedlich großen Anlagen eine ausführliche Planung stecke. Diese wird von rund 60 Mitarbeitern übernommen, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen. „So können wir jährlich bis zu 100 Anlagen ausliefern“, zeigt sich Bernd Günther erfreut.
Die Firmenleitung verfolgt auch die Weltpolitik, denn in China hat man seit neustem einen neuen Absatzmarkt gefunden. Bedenken über Nachahmungsversuche seitens chinesischer Firmen hat Bernd Günther jedoch nicht, denn dafür seien seine Anlagen nicht nur patentiert, sondern auch viel zu komplex im Aufbau und in der Planung. Aber auch bei der Müllverarbeitung in der Region seien oftmals seine Anlagen anzutreffen. Den Hauptabsatzmarkt hat die Firma jedoch in den USA. „Unsere Qualität überzeugt“, so Günther. Mögliche Handelsbarrieren durch US-Präsidenten Trump schadeten vor allem auch den USA, waren sich die Besucher einig.

MdB Michael Brand interessierte sich auch für die Haltung bezüglich der geplanten Ortsumgehung: „Das ist eine Riesenchance, die man nicht vorbeiziehen lassen“, so Bernd Günther im Hinblick auf die Diskussion in Wartenberg. „Der Vogelsbergkreis darf kein weißer Fleck werden, wir stehen in Konkurrenz zu anderen Regionen. Wir haben uns 2008 ganz bewusst im Gewerbegebiet in Angersbach angesiedelt, weil uns eine Ortsumgehung versprochen wurde.“, so Bernd Günther weiter.

Entlastung der Anwohner, Entwicklungspotential für die Ortschaften und mehr wirtschaftliche Entwicklung in der ländlichen Region, nannte Michael Brand als Argumente für die Ortsumgehung. „Davon profitieren Wartenberg, Lauterbach und die ganze Region.“ Anschließend nahmen sich Brand, Mischak und CDU-Fraktion die Zeit um konkret über notwendige Rahmenbedingungen zu diskutieren. „Der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik ist wichtig“, so Günther und dankte Brand für „Interesse, spannende Diskussion und das offene Ohr“.