Der Hessisch-Bayrische Rad-Vierer ist mit dem Walter-Lübcke-Preis 2025 ausgezeichnet worden, der jährlich „für besonderen Einsatz um Menschlichkeit und Zusammenhalt in unserem Land“ ausgelobt wird.
„Euer Engagement, die Kameradschaft und die gute Tat, und das seit beeindruckenden 25 Jahren, machen Euch zu echten Helden des Alltags“, sagte Bundestagsabgeordnete Michael Brand, der den Preis in Erinnerung an seinen Freund Dr. Walter Lübcke, der 2019 von Rechtsextremisten ermordet wurde, zum inzwischen fünften Mal verliehen hat.
Von einer Jury unter Mitwirkung der Familie Lübcke wurde der Preisträger ausgewählt. Ausschlaggebend für Lübcke-Sohn Christoph war das „positive Tun durch Sport, das Zusammenbringen von Menschen und das Spendensammeln für Hilfsbedürftige“, dass den Rad-Vierer „so beispielgebend macht“. „Und menschlich hätte sich mein Vater in dieser so engagierten Truppe ganz sicher wohlgefühlt“.
„Wir waren alle sprachlos, keiner hatte von uns jemals mit einer solchen Auszeichnung und Wertschätzung gerechnet“, so der Vorsitzende des Rad-Vierer, Manfred Herget. „Diese Ehrung mussten wir erst einmal realisieren, fühlen uns sehr gewertschätzt und sind auch stolz darauf einen Weg gefunden zu haben, der Gemeinschaft, Sport und Gutes-Tun miteinander verbindet. Radvierer ist eine große Familie, in der Teamwork großgeschrieben wird.“
„Dieser Preis wird uns weiter motivieren und antreiben unsere Leitlinien: Radeln, Spaßhaben, gesund leben und ganz besonders Gutes tun, auch in den nächsten Jahren fortzuführen und weiterzuleben“, betonte Andrea Vogel, die 2. Vorsitzende.
Der Hessisch-Bayerische Rad-Vierer wurde vor 25 Jahren von Sportbegeisterten gegründet und wird getragen von den vier Vereinen in Neuhof, Mackenzell, Elters und Kothen und von regionalen Sponsoren wie der Genossenschaftsbank und Förstina unterstützt. Die erradelten Kilometern sind über all die Jahre der Spendenaktion „Ich brauche Deine Hilfe“ der Fuldaer Zeitung zugute gekommen.
„Über die Jahre Insgesamt sind unglaubliche 180.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen, die Menschen in Not konkret helfen“, sagte Brand, der bei der Preisübergabe in der AHA-Gastronomie in Hünfeld an den „unvergessenen Gründer“ Ferdinand Herr aus Elters erinnerte und dankte dem „heutigen Motor Manfred Herget“ aus Mackenzell mit einem „unfassbar starkem Team, das sich mit so viel Freude und Einsatz in den Dienst für andere stellt“.
„Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die im Ehrenamt große Dinge tun, ohne zu fragen, was sie selbst davon haben. Diesen Menschen waren Walter Lübcke immer besonders verbunden“, erinnerte Brand und lud dazu ein, für das nächste Jahr mögliche Preisträger vorzuschlagen. Vorschläge können gerne gerichtet werden an: michael.brand [at] bundestag.de .
Der Preis:
Der Walter-Lübcke-Preis, ein massiver Glasquader, geschaffen von einem Dresdner Künstler, zeigt einen offenen wie optimistischen Walter Lübcke in dreidimensionaler Ansicht, und dazu die Inschrift „Für besonderen Einsatz um Menschlichkeit und Zusammenhalt in unserem Land“.
Neue Vorschläge:
Menschen aus der Nachbarschaft, der Familie, aus Verein oder von der Arbeit, von denen man mit Fug und Recht annehmen darf, dass sie in besonderer Weise gewirkt haben – egal ob im Kleinen oder im Großen, ob still oder öffentlich.
Vorschläge können gerne gerichtet werden an: michael.brand [at] bundestag.de
Bisherige Preisträger:
Im Jahr 2021 war die 22-Jährige Marie Keßler aus Simmershausen die erste Preisträgerin. Mit ihrem beherzten Eingreifen rettete sie einem Mann das Leben, auf den massiv eingeschlagen wurde. 2022 wurde der 81-Jährige Fuldaer Manfred Rohde ausgezeichnet, der seit über 20 Jahren in seiner Freizeit zweimal in der Woche in ein Pflegeheim kommt, dort Einkäufe übernimmt, Krankenrezepte beim Arzt abholt, oftmals geht es auch einfach um ein gutes Wort, die Begegnung. Im Jahr 2023 wurde die Bachrainer Nikolaus-Aktion in den Mittelpunkt gestellt. Diese Initiative, aus einer Nachbarschaftsfreundschaft vor 55 Jahren entstanden, hat seither über 600.000 Euro an Spenden für die gute Sache wie die Lebenshilfe gesammelt und viel Fröhlichkeit in die Familien gebracht. Im letzten Jahr wurde die 58-Jährige Silke Kind ausgezeichnet, die nach einer Parkinson-Diagnose einen neuen Weg gewagt hat und 2020 in Fulda den PingPongParkinson-Stützpunkt gründete. Mit Tischtennis hat sie selbst Kraft geschöpft und begonnen sich für andere mit der gleichen Erkrankung einzusetzen. Gegen Symptome und Einsamkeit hat sie Bewegung und Gemeinschaft gesetzt.
FOTOS: Christian Reinhardt
Bild1: Walter Lübcke-Preis 2025
Bild2: Vorsitzender Manfred Herget, 2. Vorsitzende Andrea Vogel und MdB Michael Brand (von rechts)
Bild3: Die aktiven Vereine des Rad-Vierers mit MdB Michael Brand bei der Preisübergabe in Hünfeld



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