04.02.2012 - Bund
Themengebiet: Forschung und Innovation, Werte
Gegen Gen-Blockade!
Die Entwicklung der Menschheit ist bis heute stark von der Frage nach Ernährung beeinflusst. Erst seit wenigen Jahrzehnten ist der Hunger aus Europa verschwunden; in Afrika, Asien und anderen Gebieten gibt es ihn immer noch. Schon immer haben wir Menschen erfolgreich versucht, bei Tier und bei Pflanzen durch Anbau und Züchtung bessere Ergebnisse zur Nutzung zu erzielen. Nun gibt es eine neuere Entwicklung, die umstritten ist: Patente auf bestimmte, auch natürliche Verfahren bei Züchtung von Pflanze und Tier sollen andere daran hindern, diese natürlichen Prozesse so wie seit Jahrtausenden nachzuahmen, ohne dafür Geld bezahlen zu müssen. So war das nicht gemeint, als wir zu Recht Forschung und Entwicklung auch zur Bekämpfung des Hungers auf der Welt fördern wollten. Es sollte vielen dienen, nicht vielen schaden, um wenigen zu nutzen. Die Natur wird nicht Eigentum weniger Konzerne, ein Aussperren der traditionellen Landwirtschaft und derjenigen, denen die Natur am Herzen liegt, werden wir nicht zulassen. Also ist es nur konsequent, dass der Deutsche Bundestag aktuell Schritte einleitet, auch gegenüber Brüssel auf Änderungen drängt, solche schädlichen Biopatente zu stoppen, die Jahrtausende alte Zyklen von Züchtung, Verbesserung natürlicher Prozesse nachhaltig schädigen könnten. Wer forscht und investiert, hat Anspruch auf Schutz der Ergebnisse. Das kann aber nicht heißen, unser gemeinschaftliches Erbe von natürlicher Entwicklung zu gefährden. Dass wir beim Thema Gen-Pflanzen ohnehin skeptisch sind, zeigt, dass wir an der Natur die Natur schätzen. Und dass wir die Schöpfung schützen, satt sie total zu kommerzialisieren.
(Die Kolumne "Brand aktuell" ist am 4. Februar 2012 in "Fulda aktuell" erschienen.)
Schlagworte: Patente, Pflanzen und Tiere