17.02.2012 - Bund
Zum Rücktritt des Bundespräsidenten
Michael Brand zum Rücktritt des Bundespräsidenten
„Wie für jeden gilt für Christian Wulff auch nach dem Rücktritt die Unschuldsvermutung, trotz des Antrags einer Staatsanwaltschaft, die sich unter anderem auch auf Medienberichte stützt. Wenn am Ende die Unschuld erwiesen ist, stellt sich die Frage nach den Verantwortlichen und deren Motiven. Viele haben mir gesagt, dass sie bei aller Kritik im Einzelnen die Rolle der Medien in diesem Fall für sehr bedenklich halten. Einige haben sich zu Richtern aufgeschwungen und dabei das Maß komplett verloren: Sie waren erkennbar davon getrieben, die Beute zu erlegen. Kritische Nachfragen sind absolut richtig; aber mancher Umgang und einige Kommentare der letzten Monate widern auch mich persönlich schlicht an, und ich kann verstehen, dass der Bundespräsident, seine Frau und auch seine Kinder sich verletzt fühlen - umso mehr finde ich seine Worte beim Rücktritt würdig und souverän.“