In Fulda trifft sich aktuell der Verband Deutscher Puppentheater e.V. zu seinem Bundeskongress: und eine feste Größe aus der Region feiert sein 40. Bühenjubiläum: Andreas Wahler und Kasper Andy! Aus diesem Anlass hat der Hessische Rundfunk einen Radiobeitrag gesendet, der verrät, was mich mit Andreas und Andy verbindet.
Den Bericht von hr2-kultur-Redakteur Andreas Pörtner findet Ihr unter www.hr-online.de oder könnt ihn Ihr hier lesen:
Eine Handpuppe wird 40 - Der freche Andy aus der Rhön
Fulda ist derzeit das Mekka für alle Puppentheater-Fans: Hier treffen sich Puppenspieler aus ganz Deutschland zu ihrem Bundeskongress, es gibt eine ganze Reihe von Aufführungen. Und ein hessischer Kasper feiert seinen 40. Geburtstag.
Im Traumtheater Kleinsassen in der Rhön begrüßt Kasper Andy seit 40 Jahren seine Besucher, ein frecher Blondschopf im grünen Wams mit roter Zipfelmütze. Die Handpuppe ist zwar schon etwas abgegriffen, ansonsten sieht man ihr ihr Alter aber nicht an. 1972 hatte Puppenspieler Andreas Wahler, selbst inzwischen 62 Jahre alt, seinen ersten Auftritt mit genau dieser Figur.
"Er hat eine gewisse Frechheit, ist aber nicht bösartig und hat Charme", sagt Andreas Wahler. "Er hat manchmal die Ideen der Kinder, die sie nicht umsetzen dürfen, das darf er dann machen. Aber er ist nicht bösartig."
"Das kann kein Computerspiel"
Eine ganze Generation von Kindern hat den Kasper Andy schon auf der Bühne gesehen. Die nächste wächst gerade heran. Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand war schon als Kind ein Fan - jetzt nimmt er seine Töchter mit: "Ich erinnere mich gut und gerne an diese Stunden vor seiner Bühne, weil sie einen mitgenommen haben auf die Reise zum Kasper Andy, aber auch zu Geschichten aus 1001 Nacht. Für mich ist es einfach wunderbar, heute bei den eigenen Kindern zu sehen, mit welchen leuchtenden Augen sie zurück kommen von Vorstellungen. Das kann auch kein Computerspiel, kein Internet leisten, sondern, da stecken echte Menschen dahinter, echtes Publikum, echte Emotionen."
"Ich muss verschwinden"
Bei seinen Auftritten hat der Puppenspieler zwar ein Konzept als roten Faden, davon weicht er aber gern spontan ab. Dass er dabei auch im Bild ist, macht nichts. Aber: Er muss sich selbst komplett zurücknehmen, erklärt er: "Das oberste Gebot ist, dass ich im Grunde verschwinden muss, obwohl ich nicht verschwunden bin. Keine Mimik, keine Gestik und nie ins Publikum schauen."
Im Laufe der Jahre hat Kasper Andy Verstärkung bekommen, etwa Theofine, eine Marionette für Erwachsene. Die strickende Oma gibt gern Lebensweisheiten von sich oder kommentiert Neuigkeiten aus der Zeitung. Zur Affäre um den Bundespräsidenten Christian Wulff weiß sie natürlich auch etwas zu sagen: "Also, ich finde... Ich finde, er hätte da von Anfang an alle Sachen auf den Tisch legen müssen und dann wär's ihm vielleicht verziehen worden. Aber diese Salamitaktik... Das ist doch falsch. Das hätte ich ihm gleich sagen können. Ich fürchte, das ist nicht ausgestanden."
Puppenspieler und Facebook
Bei Theofine steht Andreas Wahler verdeckt hinter einem schwarzen Vorhang und bewegt mit den Händen die Fäden der Marionette. Auch in Zeiten von Gameboy und Playstation hat diese Art des Spiels nichts von seiner Faszination verloren. Für Andreas Wahler ist es die Wiederentdeckung der Langsamkeit: "Das Publikum liebt es eigentlich. Es vertieft sich auch ganz ganz anders in ein live gespieltes Puppenspiel als in eine DVD, die vielleicht nur nebenher läuft."
Doch auch die Puppenspieler sind modernen Medien gegenüber aufgeschlossen. Um Facebook geht es zum Beispiel bei ihrem Bundeskongress in Fulda. Etwa 40 Kollegen kommen zum Fachsimpeln, außerdem finden im Kulturkeller des Vonderau-Museums jede Menge Aufführungen statt. Auch Andreas Wahler ist dabei.
(Quelle: hr-online.de; Andreas Pörtner, hr2-kultur, Foto: traumtheater-kleinsassen.de)
Interessantes und märchenhaftes findet sich unter www.traumtheater-kleinsassen.de
Schlagworte: Kasper Andy. Traumtheater Kleinsassen, Andreas Wahler, Verband Deutscher Puppenthaeter e.V.