Der Gastkommentar ist in der "Braunschweiger Zeitung" vom 27. Dezember 2011 erschienen unter dem Titel "Raub der Menschenrechte". Er findet sich
hier im Original oder nachfolgend:
Während wir in Deutschland nach einem teils aufregenden Jahr 2011 die besinnliche Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr verbringen, gibt es eine Region, in der ich aus eigener Anschauung berichten muss: dort spielt sich eine Katastrophe biblischen Ausmaßes ab, vor allem in Somalia. Besonders schlimm ist: Menschen allen Alters, vom Baby bis zum Greis, werden mitten in der Katastrophe ihrer Menschenrechte beraubt. Radikale Milizen stoppen Hilfslieferungen, gar medizinische Nothilfe für Menschen, die durch jahrzehntelangen Krieg, durch Hunger und durch Auszehrung am Ende sind. Ob Christen zur Weihnachtszeit oder Muslime, Juden oder schlicht wir alle: das darf uns nicht ruhen lassen! Im größten Flüchtlingslager der Welt, in Dadaab in Kenia, sammeln sich inzwischen über 500.000 von jenen, die wenigstens die Flucht geschafft haben. Dort habe ich tapfere Eltern und Großeltern erlebt, die Kinder und Enkel retten - und doch in nackter Not selbst Angehörige auf dem Weg sterben sahen. Die Kinder sind sehr geschwächt. Viele weisen die Folgen der schlimmen Zeit auf, schreien vor Schmerzen - manche sind so weit, dass sie nicht mal mehr schreien können. Dieses himmelschreiende Unrecht können wir als zivilisierte Welt nicht einfach nur hinnehmen. Ja, es sind keine Kameras dort. Ja, wir haben unsere "eigenen Sorgen". Tausende Menschen sind bereits hingerafft worden, es droht eine Ausweitung dieser gewaltigen Katastrophe, wenn wir nicht gemeinsam humanitär und politisch gegen steuern. Konkret bedeutet das, die Förderung der familiären und dörflichen Strukturen zur Ernährungssicherung zu stärken, um für Dürreperioden besser gerüstet zu sein. Es heißt aber auch, Druck auf die militanten, mit Al Kaida verbundenen Milizen auszuüben, die Hunderttausende mit brutaler Gewalt zu Geiseln machen - und keine Skrupel zeigen, diese Menschen dem Hungertod auszuliefern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich Anfang Dezember in der somalischen Hauptstadt Mogadischu klar positioniert: er verurteilte die Hunger-Blockaden der Al Shabaab Miliz, und er sagte Somalia und seinen afrikanischen Partnern die Unterstützung der UN beim Schutz der Bevölkerung und für eine friedliche Lösung zu. Für uns war das Jahr 2011 nicht einfach, für Somalia aber eine Katastrophe. Für 2012 sind wir diesen völlig unschuldigen, einfachen Opfern von Hunger und Gewalt zu aktiverer Hilfe verpflichtet. Konkret lautet die Bitte: jetzt privat helfen, durch Spende helfen und auch staatlich die Hilfe fortsetzen.
Michael Brand (38) ist Stv. Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag und bittet angesichts der Hungerkatastrophe um Spenden u.a. für die Hilfsorganisation CARE Deutschland, Konto-Nr. 4 40 40 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98)
Das Bild enstand im weltgrößten Flüchtlingslager in ostafrikanischen Dadaab. Rechts im Bild Heribert Scharrenbroich, Präsident der Hilfsorganisation CARE
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