26.11.2011 - Bund
Extreme Gewalt
Was die Nazi-Killer an Schaden für die Opfer und deren Familien angerichtet hat, ist nicht gut zu machen. Was diese Bande an Schaden in und auch nach außen an Deutschland angerichtet hat, ist nicht zu ermessen. Niemand darf von Stolz auf sein Land reden, der sich so an Land und Leuten vergeht!
Bohrende Fragen müssen beantwortet werden: warum die Mörder nicht früher entdeckt, warum falsch ermittelt wurde, warum nach dem Nagelbombenanschlag im Jahr 2004 schon tags darauf rechtsextremistische Hintergründe ausgeschlossen wurden. Ein Fehler, wie inzwischen eingestanden wird. Denn es war eiskaltes Morden unbeteiligter Leute "von nebenan" aus blankem Ausländerhass, aus Rechtsextremismus. Es waren Anschläge auf die friedliche Art unseres Zusammenlebens, und auf unsere Demokratie.
Extremismus führt immer in extreme Gewalt. Diese, die braune Brut wurde in einem Milieu groß, in dem Terror und Ideologie der Nazis nicht aufgeräumt und aufgearbeitet wurden. In der roten DDR-Diktatur wurde real existierender und gewaltsam praktizierter Ausländerhass totgeschwiegen.
Der Preis der mangelnden Aufarbeitung war hoch. Nach der Wende hatten Extremisten von SED, PDS und Linke ebenso wie die Nazi-Partei NPD viel zu viel Zulauf. Das ist der Preis, wenn die Freiheit nicht entschieden genug gegen Extremisten verteidigt wird.
Hier in Osthessen ist klar: Extremisten, Gewalttäter und Chaoten hatten und haben hier keine Chance. Wir haben immer klare Kante gezeigt, und das wird so bleiben. Wir werden diesen Spuk beenden, lieber früher als später.
(Die Kolumne "Brand aktuell" ist am 26. November 2011 in "Fulda aktuell" erschienen.)
Schlagworte: Extreme Gewalt, Rectsextremismus, NPD, SED