12.11.2011 - Bund
Themengebiet: Gesundheit
Hilfe bei Demenz
Fast noch mehr als die hervorragende Arbeit der Pflegerinnen neulich bei einem Besuch der Caritas im Altenpflegeheim St. Josef hat mich die persönliche Motivation dieser jungen Menschen beeindruckt, die ihre Arbeit mit und für pflegebedürftige ältere Menschen "mit keinem anderen Beruf tauschen" wollen. Fast jede Familie kennt den Wert guter Pflege für Angehörige. Nun haben wir einen weiteren, bedeutenden Schritt ins Auge gefasst: zum allerersten Mal soll ab 2012 die noch stark ansteigende Gruppe der Menschen mit Altersdemenz, in den Kreis derjenigen aufgenommen werden, die bzw. deren Pflegende endlich finanzielle Hilfe aus der Pflegeversicherung erhalten. Die ganz große Reform wird längere Abstimmung brauchen, dennoch: wer die Belastungen vor allem bei den Angehörigen kennt, der weiß um den auch moralischen Wert, den dieser vorgezogene Teil der Pflegereform bringen kann. Ein Zusatzbeitrag von lediglich 0,1 Prozent bringt 1,1 Milliarden Euro, die vor allem hier sehr hilfreich wirken können. Bei der Pflege gilt: solange als möglich sollen Angehörige zu Hause bleiben können, für pflegende Familienangehörige sind Entlastungen (z.B. Kuren) ins Auge gefasst. Wahr ist: Pflege wird in einer immer älteren Gesellschaft natürlich teurer, und mit immer weniger Kindern tragen immer weniger Beitragszahler die Lasten. Für die Jüngeren soll deshalb eigene Vorsorge gegen das Risiko Pflegefall staatlich gefördert werden. Das ist noch nicht die Lösung für alles, aber es ist wichtig, um beim Thema Pflege akute wie langfristige Stabilität zu sichern.
(Die Kolumne "Brand aktuell" ist am 12. November 2011 in "Fulda aktuell" erschienen.)
Schlagworte: Demenmz, Pflege, Altenpflege, Pflegeversicherung