13.10.2011 - Kreis
"Kulturelles Erbe Ulrich von Huttens erhalten!" -
100.000 Euro für Sanierung der historischen Steckelburg
Ramholz. Der Regierungsdirektor des Landesamts für Denkmalpflege, Jan Nikolaus Viebrock, und Bundestagsabgeordneter Michael Brand (CDU) übergaben Burgherrn Gerhard Raupach jetzt einen Bewilligungsbescheid über 100.000 Euro.
Das Geld ist für die Restsanierung der Burgruine Steckelberg bestimmt. Bei einem Ortstermin auf der Burg übergab der stellvertretende Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Jan Nikolaus Viebrock, jetzt das sehnlich erwartete Schriftstück. Und Burgherr Raupach erteilte Dr. Hans-Albrecht Riek gleich mündlich den Auftrag, auch noch die letzte Mauer der Steckelburg vor dem Einsturz zu retten.
Mit 260.000 Euro ist das Projekt veranschlagt, zu der neben den 100.000 Euro aus der zweiten Tranche des Denkmalschutzsonderprogrammes des Bundes noch das Denkmalschutzamt einen 30.000-Euro-Zuschuss zur Verfügung stellt. 130.000 Euro bleiben aber für Inhaber Gerhard Raupach. Dr. Riek, Geschäftsführer der Alzenauer Firma RIBA, die mit den Sanierungsarbeiten betraut ist, erläuterte den auswärtigen Gästen den seitherigen Schadensverlauf und die seit 2004 erfolgten Maßnahmen.
Jan-Nikolaus Viebrock sagte, dass die Bundesregierung zum zweiten Mal ein Denkmalschutzsonderprogramm verabschiedet habe, sodass nach den 40 Millionen (drei Millionen Euro für 30 hessische Objekte) noch einmal zehn Millionen Euro zur Verfügung stünden, von denen 900.000 Euro in neun Objekte von herausragendem nationalen Rang in Hessen flössen. Die Steckelburg sei prädestiniert für eine Förderung, denn die Geburtsstätte Ulrichs von Huttens sei tiefste deutsche Geschichte. Der Denkmalpfleger betonte auch, dass Michael Brand ein Fürsprecher im Haushaltsausschuss für die Mauerinstandsetzung gewesen sei.
Gerhard Raupach bedankte sich für die großzügige Unterstützung und sagte, dass er seit 2003 im Landesamt immer offene Türen vorgefunden habe. Dank galt auch Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD), dass die Stadt die Verkehrssicherungspflicht für die Burg übernahm. So kooperativ wie Schlüchtern seien andere Kommunen nicht, mit denen er zusammenarbeite; Bund, Land, Stadt und Raupach hätten sich gemeinsam einem besonderen Ort mit historischer Bedeutung angenommen, betonte Bundestagsabgeordneter Michael Brand. Die feierliche Wiedereröffnung der Burg ist für den Tag des offenen Denkmals im September 2012 anvisiert.
Vor dem Winter wird die Sanierung der Westwand nicht mehr begonnen. Bleibt zu hoffen, dass die ehrwürdigen Mauern bis zur endgültigen Sicherung im Frühjahr standhalten. Die Wölbungen verheißen aber nichts Gutes.
(Der Artikel ist am 13. Oktober 2011 in den "Kinzigtal Nachrichten" veröffentlicht worden)Schlagworte: Ulrich von Hutten, Steckelburg