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Fußballfest in Folterland?"Menschenrechtsthema von nationaler + internationaler Bedeutung""Jedem Kind sein Rhönschaf" ++ Tolles Kind-Natur-Projekt in SilgesFußballfest in Folterland?
Fußballfest in Folterland?
12.05.2012
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"Menschenrechtsthema von nationaler + internationaler Bedeutung"
10.05.2012
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"Jedem Kind sein Rhönschaf" ++ Tolles Kind-Natur-Projekt in Silges
29.04.2012
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Grosser Kinder-Erlebnistag in Silges   ___________________________________________________________________________________________
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12.05.2012
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„Der Höhepunkt der Hungerkatastrophe steht noch bevor“
16.09.2011 - Bund
„Der Höhepunkt der Hungerkatastrophe steht noch bevor“
Fuldaer Bundestagsabgeordneter Brand besuchte Flüchtlingslager am Horn von Afrika

Fulda/Nairobi Es sind schockierende Bilder, die man nie mehr vergisst: Michael Brand sieht Kinder, die vor Hunger schreien, noch schlimmer: Kinder die selbst das nicht mehr können. Unterernährte Achtjährige, die den Körper von Dreijährigen haben. Alltag im Dürregebiet am Horn von Afrika. Der osthessische CDU-Bundestagsabgeordnete besuchte sechs Tage lang das Katastrophengebiet.

Warum fliegt ein Parlamentarier aus Berlin in ein Gebiet, das von einer Plage biblischen Ausmaßes heimgesucht wird? Der Bundestagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, dessen stellvertretender Vorsitzender Brand ist, koordinierte in der parlamentarischen Sommerpause die deutsche Soforthilfe für Ostafrika. Der 37-Jährige wollte sich vor Ort ein Bild von der Situation und den bereits angelaufenen Hilfsmaßnahmen machen. „Man bekommt ein besseres Lagebild, wenn man mit der Realität hautnah konfrontiert wird“, sagt. Brand. Und resümiert: „Das, was ich gesehen habe, hat mich umgehauen. Es ist kaum zu ertragen “

Dadaab im Osten Kenias, 100 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt. Hier potenziert sich das Elend der von der Dürrekatastrophe betroffenen Menschen auf wenigen Quadratkilometern. Einst für 90000 Menschen geplant, leben inzwischen 420000 unterernährte Afrikaner in dem völlig überfüllten Flüchtlingslager – das sind mehr Einwohner, als die Stadt Bochum hat. „Jeden Tag kommen weit über 1000 neue Flüchtlinge hier an – die allermeisten aus Somalia“, sagt Brand, der in Begleitung des Vorsitzenden der Hilfsorganisation Care, Heribert Scharrenbroich, nach Kenia reiste. Die meisten Menschen haben 100 Kilometer und mehr nach Dadaab in einem tagelangen Fußmarsch zurückgelegt. 60 Prozent sind Kinder, der Rest überwiegend Frauen. Die Männer, berichtet Brand, bleiben meist in ihren Dörfern, um Haus und Vieh vor Räubern zu schützen.

Foto links: Im weltgrößten Flüchtlingslager in Dadaab mit Flüchtlingen aus Somalia. CARE hat dort diesen Brunnen geschaffen.

Die, die es bis nach Dadaab schaffen, haben Glück. Sie werden zunächst von CARE versorgt – 500 Gramm Nahrung, ein paar Liter Wasser, Kochgeschirr und eine Plane, mit der sie sich eine einfache Behausung bauen können. Die Überlebenschance der Kinder, die mit einer speziellen Nahrung versorgt werden, liegt bei 96 Prozent. Immerhin. Millionen Somalier aber sind zu schwach, sich ins benachbarte Kenia zu retten. Ihnen zu helfen, ist nicht einfach, denn im Süden Somalias haben radikale Islamisten die Macht, die Hilfsorganisationen den Zugang zu den Todgeweihten verweigern. Eine Versorgung auf dem Landweg ist so gut wie unmöglich. „Wir müssen darüber nachdenken, die Menschen aus der Luft zu versorgen und Lebensmittel abzuwerfen“, sagt Brand. Nach UN-Angaben sind 12 Millionen Menschen derzeit akut vom Hunger bedroht, Hunderttausende werden ohne Hilfe nicht überleben. Der Fuldaer Abgeordnete befürchtet, dass sich die Katastrophe noch ausweiten wird:  „Wir haben den Höhepunkt der Katastrophe noch nicht erreicht. Allein in Dadaab werden bis Jahresende 500000 Menschen leben. Jetzt zu zögern, wäre unterlassene Hilfeleistung.“

Die Bundesregierung will über die bereits zugesagten 90 Millionen Euro nochmal bis zu 118 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen. Doch kommt das Geld auch bei den Bedürftigen an? „Die Organisation der Soforthilfe im Flüchtlingslager Dadaab hat die Organisation Care übernommen, die auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland sehr geholfen hat“, sagt Brand. Da könnten Spender sicher sein, dass mit ihrem Geld Gutes getan werde. Ein weniger gutes Gefühl hätte Brand dabei, Hilfsgelder direkt und bedingungslos an die kenianische Regierung weiterzuleiten, denn die Korruption sei weiter ein großes Problem in Afrika. Brand setzt auf eine veränderte Entwicklungspolitik, die stärker nachhaltige Projekte unterstützt – zum Beispiel den Brunnenbau oder die Kleinlandwirtschaft. Er habe über notwendige Hilfe mit Ministern der kenianischen Regierung und in Berlin mit Bundesminister Niebel gesprochen, berichtet Brand, der auch den größten Slum der Hauptstadt Nairobis besuchte.

Als die bevorstehende Reise des Abgeordneten nach Ostafrika bekannt wurde, spürte er in seinem Wahlkreis große Hilfsbereitschaft. Tausende Euro wurden spontan gesammeltund an CARE und andere Organisationen gespendet, die sich vor Ort um die Hilfsbedürftigen kümmern. Brand bekennt: Ich war davon echt angerührt und überwältigt". Engagiert appelliert er, weiter zu spenden. Auch mit kleinen Beträgen lasse sich die Not lindern. „Jeder Euro zählt“, sagt er, "und hier gilt wirklich: wer schnell hilft, hilft doppelt!"

Michael Brand bittet angesichts der Hungerkatastrophe um Spenden u.a. für die Hilfsorganisation CARE Deutschland, Konto-Nr. 4 40 40 bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ 370 501 98)
 
(Der Artikel ist am 16. September 2011 in der "Fuldaer Zeitung" erschienen)
Schlagworte: Somalia, Hungerkatastrophe Ostafrika, Kenia, Horn von Afrika