Der neue Bundespräsident hat klar gemacht: er ist Präsident aller Deutschen. Schon in seinem früheren Amt ist er als Mann des Konsenses aufgefallen. Seitdem er sich in Kindertagen um die schwer kranke Mutter und die kleinere Schwester kümmern musste, hat Bundespräsident Wulff zudem ein sehr feines Gespür für die Sorgen und Nöte von Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Beim Sparpaket in Niedersachsen hatte er zunächst seine und die Gehälter seiner Minister gekürzt, den Etat seiner Staatskanzlei verkleinert - und danach die notwendigen Einsparungen auf den Weg gebracht. Unser neuer Bundespräsident gilt als jemand, der immer wieder den Konsens herstellt, und dieses kann, weil mit seiner freundlichen, kompetenten Art zusammenführt. Er kennt die Lebenslage der "kleinen Leute", gilt als Freund des Mittelstandes und hat bei VW durch Geschick und mit Macht mehrere Zehntausende Arbeitsplätze gesichert. Bundespräsident Wulff will sich für ein "weltoffenes Deutschland" einsetzen, das seine Chancen nutzt. Er lädt dazu ein, sich in gesellschaftlich und politisch aktiv zu beteiligen. Darin findet er sich mit dem ebenfalls beachtlichen Kandidaten Joachim Gauck einig. Dass der neue Bundespräsident beim Thema Deutsche Einheit und Aufarbeitung von Unrecht Joachim Gauck an zentraler Stelle einbinden will, ist ein Beginn, der für den Stil von Christian Wulff typisch ist: Brücken bauen, motivieren, die Hand ausstrecken. Gut für die Demokratie: ein viel versprechender Beginn, der auf mehr hoffen lässt.
(Kolumne "BRAND AKTUELL " in "Fulda aktuell", erschienen am 3. Juli 2010)